nun mal was mit 4m Brennweite…

Die Schönwetterperiode soll ja dem Ende zugehen. …endlich mal früher in die Koje 😉 Nachdem ich am Wochenende nicht konnte, habe ich gestern Abend (8.3.2011) nochmal zugeschlagen. Vor Allem wollte ich mal wissen, ob die Stabilität meines Equipment eine lange Brennweite verkraftet. Habe also hinter das 10″RC eine 2″ Barlow gehängt und bin auf eine, mit PinPoint ermittelte Brennweite, von gut 4m gekommen. Die Barlow hat leider keine gute Qualität. Es handelt sich um eine achromatische 2x Barlow von Antares. Jetzt, wo ich weiß, dass die Nachführung mit 4m klappt, werde ich mal in eine gute 2″ APO Barlow investieren. Mein erstes Aufnahmeobjekt war M1, den ich endlich einmal detaillierter darstellen wollte. Ich habe 12x10min (2h) belichtet und zwischen den Belichtungen das Teleskop um 3″ verfahren lassen. Das nennt man “dithern”. Das Dithern hat den Effekt, dass nicht immer die selben Pixel mit den selben Informationen versorgt werden. Nach M1 habe ich den kleinen planetarischen Nebel NGC 2392, auch Eskimo Nebel oder Clownface genannt, aufgenommen. Durch die hohe Flächenhelligkeit, habe ich, um nicht in die Sättigung des Chips zu kommen, die Einzelbelichtungen auf 3min reduziert und dafür 20 Einzelbelichtungen gemacht, was im Resultat 1h Belichtungszeit entspricht. Weil ich müde war und Zeit sparen wollte, habe ich auf das Dithern verzichtet, worüber ich mich im Nachhinein geärgert habe.
Aber genug gequatscht, hier sind die Bilder 🙂

Gestern Abend (22.02.2011) habe ich mal den schwachen PN PLN164+31.1 (Mag14) im Lynx mit dem 10″ RC versucht. Hatte ihn schon einmal mit dem C11 und der Artemis aufgenommen in LRGB. Der Bursche ist ziemlich schwach. Zur Aufnahmezeit gestern Abend stand er fast im Zenit, wo er auch nach zwei Stunden Belichtungszeit ankam. Es war zwar bitterkalt, aber dank remote desktop konnte ich im Warmen warten, bis die Aufnahmesequenz abgespult war. Um den Kontrast bei der BV zu erhöhen, musste ich die Grauwerte eng skalieren, wodurch das Rauschen natürlich stark sichtbar wurde, was ich durch Filterung etwas eliminieren konnte. Es sind etliche Hintergrundgalaxien aus dem PGC sichtbar, die zwischen Mag 17 und Mag 18 liegen.

Gestern (26.02.2011), um ca. 17:00h war eine Trennlinie, zwischen der Wolkenfront die aus Westen im Anmarsch war und klarem Himmel im Osten, direkt zu sehen. Die Wolkenfront aus Westen stand wie mit dem Lineal gezogen vor einer unsichtbaren Barriere, scheinbar direkt über Ilsede. Nun soll ja in diesen Grenzbereichen ein besonders gutes Seeing herrschen. Ich hatte vor M82 aufzunehmen. Da der weit im Osten stand, hatte ich genügend Zeit, bis die Wolkenfront dort ankommt. Um ca. 19:45h, kurz nach der astronomischen Dämmerung, habe ich die erste Aufnahme gestartet. Mir ist aufgefallen, dass der Leitstern wie angenagelt da stand. Das Guidingdiagramm zeigte kaum Abweichungen und war fast eine Gerade. Im Normalfall gibt es immer Abweichungen von ca. +-1″. Diesmal nicht. Es wären also super hoch aufgelöste Einzelbilder geworden, wenn sich nicht der Fokus verschoben hätte ohne dass ich das gemerkt habe. Schade, Pech gehabt… Danach noch ein Schwenk auf M63, aber nach zwei Belichtungen waren die Wolken da. Aber es soll ja nächste öfter klar werden. Dazu auch noch in der Neumondphase, was fast ein ein Wunder grenzt 🙂 Trotzdem zeige ich mal den M82:

Gestern 1.3.2011 war eine Schönwetterkatastrophe!!! Da musste man als Astrofotograf einfach in die Kälte 😉 Die planetarischen Nebel des Abell Katalogs interessieren mich schon lange. Habe daher mal mein Glück an Abell21 versucht. Leider stand er zum Kulminationszeitpunkt direkt über Nachbars Haus. Die Nachführung mußte hart arbeiten, weil der Leitstern in den Warmluftschwaden herumgetanzt ist. Letztendlich ist nach zweistündiger Belichtungszeit dieses Bild entstanden. Einen Tag vorher habe ich den 10″ RC neu kollimiert. CCD Inspector zeigt nur noch leichte Abweichungen (+-0,2″) Den Restfehler kriege ich auch noch weg…

Die Schönwetterkatastrophe nimmt kein Ende 🙂 Gestern (04.03.2011) war schon fast die letzte Möglichkeit für den Pferdekopfnebel, bevor der sich ins Frühjahr verabschiedet. Habe die QHY8 Kamera vom 10″ RC an den 5″ APO gehängt, die Fernrohe auf die Ostlage geschwenkt und ab 20:00 belichtet. Leider musste ich nach 1h die Segel streichen, weil die schöne Straßenlaterne, 6m neben meiner Warte, in die Schusslinie kam und einen fetten Gradienten auf dem Chip hinterließ. Was aber in einer Stunde an Photonen gesammelt werden konnte, reicht aber trotzdem für ein annehmbares Bild der Gegend um den östlichen Gürtelstern des Himmelsjägers aus.

Nach dem Pferdekopf noch ein Schwenk um ein paar Grad nach Nordosten zu NGC2175, der auch gut zur Brennweite des APO passt. NGC2175 ist ein offener Sternhaufen, eingebettet in rot leuchtenden Wasserstoff, ähnlich wie der Rosettennebel. Nach 1,5h Belichtungszeit war ebenfalls Schluß, weil die Straßenlaterne wieder störte.

Posted in Astrofotografie | 6 Comments